Historie

Historie

Gründer Bill Mockridge erzählt, wie alles begann...
1982 stand ich bei einer Aufführung auf der Bühne und hatte einen aberwitzigen Gedanken: Ich wollte die ,,vierte Wand" einreißen und mit dem Publikum Kontakt aufnehmen. Ich brannte darauf zu erfahren, was in den Köpfen der Zuschauer vorging, die immer so still und anonym dasaßen. Was würde passieren, wenn ich aus dem Spiel aussteige und die (vermutlich) nette Dame mit der Maggie-Thatcher-Bluse und der Karottenjeans in Reihe 1, Platz 7 frage ,,Wie soll ich die nächste Szene spielen?". Bekommt Sie einen roten Kopf? Antwortet sie kurz und knapp: ,,Besser als die letzte!?". Oder reagiert sie vielleicht spontan mit einer guten Idee?

Ich habe es nie erfahren, denn ich traute mich nicht (vielleicht auch wegen der Maggie-Thatcher-Bluse...) und spielte normal weiter. Der Gedanke jedoch ließ mich nicht mehr los. Um meine Neugierde zu stillen, trommelte ich eine Gruppe junger und witziger Schauspieler zusammen, die mutiger als ich sein würden, und gründete mit ihnen das ,,Springmaus Improvisationstheater".

Die Idee war, die Zuschauer mit frechen Sketches zu zeitgemäßen Themen ins Theater zu locken und sie anschließend - nachdem das Eis gebrochen war - mit Improvisationen zu überraschen. Im Prinzip machten wir mit unseren Zuschauern das, was Politiker mit ihren Wählern machen - vor und nach der Wahl.

Am 20. März 1983 war es dann soweit: In der Bonner Szenekneipe ,,Anno Tubac" fand die erste Aufführung statt. Die Spannung war gewaltig! Wie werden die Leute reagieren? Machen Sie sich aus dem Staub? Machen Sie Vorschläge? Und was machen die Springmäuse auf der Bühne daraus? Siehe da: Es funktionierte!

Die Zuschauer reagierten mit wunderbaren Ideen und die Springmäuse setzten sie spontan in witzige Szenen um. Die Leute waren begeistert, die Springmäuse glücklich und die Presse reagierte seinerzeit auf die Geburt der Springmaus ähnlich euphorisch wie heute auf die Eisbärenbabys.

Offenbar hatten wir mit unserem Konzept einen Nerv getroffen, denn das kleine Anno Tubac platze in den nächsten Monaten aus allen Nähten. Mir wurde recht schnell klar, dass wir ein eigenes Theater brauchten und im April 1984 eröffneten wir voller Stolz das ,,Haus der Springmaus". Von da an nahm die Springmaus eine rasante Entwicklung: Die Truppe trat meist eine Woche im Monat im eigenen Theater auf und war ansonsten zunehmend mit Gastspielen außerhalb Bonns unterwegs.

Alfred Biolek bewies einmal mehr sein Näschen und entdeckte uns für das Fernsehen, Alexandra Kassen holte uns nach Köln ins "Senftöpfchen-Theater".

Als 1988 Dirk Bach zu den Ur-Springmäusen Margie Kinsky, Anka Zink, Andreas Etienne und Michael Müller stieß, erreichte der Erfolg der Springmaus den vorläufigen Höhepunkt. Dann kam eine Phase der personellen Veränderungen, die gleichzeitig den legendären Ruf der Springmaus als Talentschmiede begründete: 1989 wurde Anka Zink vom Düsseldorfer Kommödchen engagiert und Margie Kinsky legte mit der Geburt ihres dritten Kindes eine Familienpause ein.

1990 feierte das Ensemble mit Kerstin Kallewegge, Andreas Etienne, Michael Müller und Steve Nobles am Klavier seine grandiose Abschiedstournee durch Deutschland.

Gleichzeitig bereitete sich ein neues, junges 6-köpfiges Ensemble mit Susanne Pätzold, Dada Stievermann, Jochen Baum, Frank Gielich, Hans Kieseier und dem genialen Paul Hombach am Klavier auf seine erste Premiere vor. Im September 1991 war es dann soweit: Die neue Generation Springmaus war geboren! Es folgten Gastspiele in ganz Deutschland und diverse TV-Auftritte, u.a. in ,,Gottschalks Late Night".

1994 traten bei einer Benefizveranstaltung Margie Kinsky und Georg Roth zum ersten Mal zusammen auf. Es war offensichtlich, dass sich hier zwei gesucht und gefunden hatten. Das Zuschauerinteresse war zu diesem Zeitpunkt so immens, dass ein zweites Springmaus Ensemble ins Leben gerufen und aus dem kongenialen Duo Kinsky-Roth und Wolfgang Lüchtrath ein neues Team gebildet wurde. In der zweiten Hälfte der 90er waren dann sogar drei Ensembles unterwegs, um die gigantische Nachfrage abzudecken.

Zur Jahrtausendwende war dann die Zeit für die ,,dritte Generation" gekommen. Dazu gehörte u.a. der quirlige Ralf Schmitz, der drei Jahre später ebenfalls vom Fernsehen entdeckt und durch den ,,genial danebenen" Bernhard Hoecker ersetzt wurde.

Margie Kinsky und Georg Roth blieben noch bis 2011 mit an Bord der Springmaus, bis Margie sich dazu entschloss, sich auf ihr Soloprojekt ,,Kinsky legt los" zu konzentrieren, und Georg, sein volles Engagement in die ,,Landeskoordination schwule Seniorenarbeit NRW" zu stecken.

Seit dem 20. März 1983 haben insgesamt 60 verschiedene Springmäuse 50 verschiedene Programme gespielt und die Springmaus ist 40 Jahre älter geworden. Doch während die Begeisterung für Eisbärenbabys mit dem Älterwerden abnimmt, erfreut sich die Springmaus nach wie vor eines ungebrochenen Interesses.
„Am Ende gab es anhaltenden Applaus vom Publikum und kopfschüttelndes Gelächter noch im Hinausgehen - Neue Westfälische“

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