Allgemeine Zeitung 30. Mai 2008

Witzige Improvisationssituation

„Springmäuse“ präsentieren sich im Unterhaus putzmunter

Mainz. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Maus beträgt drei Jahre, doch zum Glück gibt es Ausnahmen. Dazu zählen die Springmäuse des Bonner Improvisationstheaters, das gerade 25 jähriges Jubiläum feiert. Aktuell sind die Springmaus – Crews mit zwei Programmen unterwegs, der Jubiläumsgala „Nur vom Feinsten“ und „Mach dein Ding“, die Oscarnacht mit Tourenensemble.

Eine gute Nachricht hatten die Springmäuse gleich zu Anfang im Schwülwarmen Unterhaus. „Alle, die hier in dieser Backröhre schwitzen, nehmen drei Kilo ab!“ das galt umso mehr für diejenigen, die auf der Bühne Einsatz zeigen musste, um einen Oscar aus der Schmiede des Improvisationstheaters zu erlangen. „Nominiert seid ihr alle, das wisst ihr?“ vergewisserte sich Silke Vennemann und brachte einem Saal voller Neupromis bei, wie man zu Applaus huldvoll über die eigene Schulter winkt.

Ideengeber für die Improvisationen sind die Zuschauer.

Sie durften den größten noch lebenden Entertainer benennen („Peter Alexander“, begleitet von erstaunten „der lebt noch?“ – Ausrufen.),
Erziehungsweisheiten ihrer Eltern zitieren („mach die Augen zu, dann siehst du, was dir gehört“) und eine Tätigkeit nennen („übers Wasser laufen“).

Wie das Trio auf der Bühne mittels dieser Anweisungen einen Gospelsong zusammen bastelte und im basteln bereits zum Besten gab, dafür hätten sie selbst den ersten Oscar des Abends verdient. Der ging aber an Neu – Technikerin Uli, die während einer Spielszene, der Springmäuse feste in die Tontasten haute – worauf die Darsteller mitten im Satz in eine andere Sprache wechseln mussten.

Publikumsstar des Abends war ohne Zweifel Martin, dem als Ausstatter im Heimatfilm sowohl die Darstellung des Traktors, als auch des Babys und sogar der hängenden Brüsten der Bäuerin gelangen. Dafür bekam er am Ende des Abends sogar den Ehrenpreis und dankte in seiner rede „Mama, Papa. Und den dreien auf der Bühne, für einen wundervollen, sauwitzigen Abend“ – dem ist nichts hinzuzufügen.