Westfalenpost
Lieber mit String erhängen als Schweinshaxen futtern.
Furioser Auftritt der „Springmäuse“ / Improvisationstheater vom Allerfeinsten in Meggen.
Wer schon immer einmal davon träumte, bei der Oscarverleihung einen der begehrten Goldjungs zu gewinnen, der bekam am vergangenen Sonntag im PZ Gelegenheit dazu-
Maggen. Seit gut zwei Wochen ist Silke Vennemann. Gilly Alfeo und Norbert Frieling mit dem neuen Programm der Springmaus „Mach dein Ding“ auf Tournee.
Immer im Mittelpunkt dabei: das Publikum. Mal muss Besucherin Ina als Handdouble Norbert Frieling vor Gericht daran erinnern, dass er mit Johannes Hesters in der Wuppertaler Schwebebahn auf Sauftour war, dann muss Zuschauer Charlie in einem Heimatfilm als Requisite herhalten und Bäume, Blutlachen und eingewachsene Fingernägel darstellen.
Die Ideen für die irrwitzigen Rahmenhandlungen liefert ebenfalls das Publikum. Doch die Kunst der Springmäuse ist es auch abstrusesten Gedankengängern ihrer Zuschauer noch eine Sympathische, unterhaltsame Geschichte zu basteln. Aus dem Stehgreif. Improvisationstheater vom Allerfeinsten und das ihnen eindrucksvoll.
In einem waghalsigen und regelrecht wahnsinnigen Tempo setzt das Trio aus den vom Publikum vorgegebenen Ideen sein Programm zusammen:
Super Gilly und Extrem Stefan retten die Menschheit vor dem fiesen Schurken Mr. Traffic, der den Grenzbrückern ihren Kreisverkehr vorenthält;
Die Unterwäsche – Verkäuferin Lola von der Champs Elysees will sich lieber mit ihrem String erhängen als mit Heinz aus München Schweinshaxen essen zu gehen.
Das Publikum kommt bei so viel geballter Schlagfertigkeit aus dem Staunen und lachen kaum heraus.
Doch das Trio unter der Regie von Bill Mockridge setzt am Ende locker noch einen draus: In weniger als fünf Minuten basteln die Springmäuse aus der Lebensgeschichte des Grevenbrücker Ehepaars Silvie und Martin ein 20 – minütiges Musical, das vor Witz nur so sprüht.
Wenn Norbert Frieling mit dramatischer Stimme das Lied von „Martin und dem Stanzer“ und zusammen mit Silke Vennemann das Eheleben auf die Schippe nimmt, dann ist nicht nur das gesamte Publikum aus dem Häuschen, nein, dann müssen auch die „Drehbuchautoren“ selbst herzlich lachen.
Am Ende der Vorstellung gab es verdientermaßen rauschenden Applaus für die Springmäuse, die gerne noch eine Zugabe gaben.
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