Kölner Stadt-Anzeiger

Lachsalven mit Supermann

Improtheater "Springmaus" brachte Vorpremiere in Realschule

Die "Weltrettung" wurde garniert mit einer Verballhornung von Koch Shows, aber auch mit aktuellen kommunalen Problemen.

Hennef. "Extrem - Dieter" hatte es nicht leicht: Der unbeholfene Supermann, der unversehens auf der Bühne in der Realschule gelandet war, sollte die Menschheit vor einem finsteren Fiesling bewahren - angetrieben vom wesentlich entschlosseneren "Bat Girl", das zumindest einen groben Plan hatte, wie die Welt denn nun zu retten sei. Dass die beiden schrägen Helden für lautstarkes Gelächter im Publikum sorgten, war natürlich gewollt: Denn "Extrem Dieter" war ein Besucher der "Springmaus"-Aufführung, das "Bat Girl" eine Schauspielerin. Und der Witz der Truppe liegt in der Improvisation:
Ohne Konzept und Drehbuch stellten sich die Mitglieder des Ensembles auf die Bühne und entwickelten auf Zuruf der Gäste eine Stegreif - Story nach der anderen.

Dass die Schauspieler dabei nicht allein agieren, versteht sich von selbst:
Ganz selbstverständlich holen die Impro-Talente immer wieder einzelne Zuschauer aus dem Saal, die mehr oder weniger stark in das Geschehen auf der Bühne miteinbezogen wurden: Da hatte es nicht nur "Extrem Dieter" schwer. Der Ahnungslose Theatergast musste zu allem Überfluss eine feste Wortliste in seinem unverhofften Auftritt einbauen. "Sach wat!", animierte ich das "Bat-Girl" zum vergnügen des Publikums und tatsächlich "Extrem - Dieter" machte seine Sache am Ende wirklich gut. Die Welt war gerettet.

"Sach-wat!" frotzelte das Bat Girl zum vergnügen des Publikums.

Nebenbei kasperte sich die Truppe bei der Vorpremiere ihres neuen Programms "Mach Dein Ding!" noch durch eine "Linda und Gerd - Kochshow", bei der zudem beträchtliches Talent zum Stimmen-Imitieren aufblitzte. Natürlich durften obendrein zahlreiche gewitzte Seitenhiebe auf das aktuelle Geschehen nicht fehlen: Nach der Anspielung eines Zuschauers wurde beispielsweise das Thema Fluglärm kräftig auf die Schippe genommen.

Und sogar Genre - übergreifend verstanden die "Springmäuse" zu arbeiten:
Eine ahnungslose Köchin, die sich schnulzenhaft in einem Hotel in Venedig bewerben wollte, fand sich unversehen in einem Kriminalroman, dann in einer Science-Fiction Story wieder, die sich zum Schluss zum Liebesgedicht wandelte - und das alles mit umwerfender Spontaneität und messerscharfen Witz: Die "Springmäuse" waren in Hochform.